Fastenzeit: Wann und wie fasten Christen?

Die Fastenzeit ist ein fester Bestandteil aller Religionen. Ob im Islam, Buddhismus oder Judentum: Fasten soll den Gläubigen näher zu Gott bringen. Auch das Christentum kennt solche Fastenzeiten.

Fastenzeit: Was ist das eigentlich?

Fasten ist keinesfalls eine Form von Diät. Stattdessen verzichtet man während der Fastenzeit freiwillig auf feste Nahrung. Die Fastenzeit ist dabei immer zeitlich begrenzt, sei es nun durch religiöse Tradition oder durch einen selbst festgelegten Zeitplan. Je nach Art des Fastens verzichtet man nur ein bestimmtes Lebensmittel, eine Gruppe von Nahrungsmitteln oder sogar komplett auf das Essen. Neben den verschiedenen Arten des Fastens gibt es natürlich aus die verschiedensten Gründe für eine Fastenzeit.

In der Regel dauert die Fastenzeit fünf bis zehn, manchmal aber auch 14 Tage. Religiöse Fastenzeiten dauern schon mal weitaus länger. Die christliche Fastenzeit zum Beispiel dauert
40 Tage, im Islam fastet man einen ganzen Monat. Dieser Fastenmonat heißt Ramadan und bedeutet 29 bis 30 Tage Fastenzeit. Das Wort „Fasten“ kommt übrigens aus dem Germanischen und hat seine heutige Form vom Wort „fastan“, was so viel bedeutet wie „(fest)halten“ oder auch „bewachen“.

Die Fastenzeit ist ein fester Bestandteil aller Religionen. Ob im Islam, Buddhismus oder Judentum: Fasten soll den Gläubigen näher zu Gott bringen. Auch das Christentum kennt solche Fastenzeiten. (#01)

Die Fastenzeit ist ein fester Bestandteil aller Religionen. Ob im Islam, Buddhismus oder Judentum: Fasten soll den Gläubigen näher zu Gott bringen. Auch das Christentum kennt solche Fastenzeiten. (#01)

Die Fastenzeit – Nicht nur für Gläubige

Wer fastet eigentlich? Jeder Religion kennt ihre bestimmte Fastenzeit, aber auch außerhalb von Glaubensgemeinschaften hat das Fasten schon immer eine Rolle gespielt. Schon der griechische Arzt Hippokrates, der 460 – 375 vor Christus lebte, hat sich für das Fasten begeistert. Menschen haben also schon immer eine bestimmte Zeit auf etwas verzichtet, auch unabhängig von ihrer Religion.

Auch in der heutigen Zeit hat das Fasten viele Anhänger. Sie nutzen die Fastenzeit zum Beispiel, um ihren Körper von bestimmten Einflüssen und Genüssen zu reinigen. Manche orientieren sich dabei an den religiösen Fastenzeiten, andere legen ihre Fastenphasen selber fest.

 

Die bekannteste Fastenzeit ist wohl der muslimische Fastenmonat Ramadan. Gefastet wird im neunten Monat des islamischen Mondjahres, dieser verschiebt sich jedes Jahr. (#02)

Die bekannteste Fastenzeit ist wohl der muslimische Fastenmonat Ramadan. Gefastet wird im neunten Monat des islamischen Mondjahres, dieser verschiebt sich jedes Jahr. (#02)

Fastenzeit: Von Religion zu Religion unterschiedlich?

Jede der fünf großen Weltreligionen kennt das Fasten und fast jede hat ihre bestimmte Fastenzeit. Durch das Fasten soll sich der Gläubige wieder mehr auf seinen Glauben konzentrieren und Gott so näherkommen. Alle großen Religionsstifter haben in ihrer Zeit solche Phasen des Verzichts erfahren, weshalb sie heute ein fester und wichtiger Bestandteil der meisten Religionen sind.

Die bekannteste Fastenzeit ist wohl der muslimische Fastenmonat Ramadan. Gefastet wird im neunten Monat des islamischen Mondjahres, dieser verschiebt sich jedes Jahr. Im Islam hat das Fasten den Charakter einer Bußübung. Die Seele des Gläubigen soll so gereinigt und geläutert, die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen gefestigt werden.

Der Ramadan dauert 30 Tage. Während dieser Fastenzeit dürfen Muslime zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang nicht essen, trinken und rauchen. Auch der Geschlechtsverkehr ist während der Fastenzeit untersagt. Das abendliche Fastenbrechen nach Sonnenuntergang findet in größeren Gruppen statt, oft mit einem üppig gedeckten Tisch. Durch diese Traditionen hat der Ramadan einen stark familiären und gemeinschaftsfördernden Charakter.

Im Christentum gibt es zwei längere Fastenzeiten. Die erste Fastenzeit im Jahr ist die weitaus bekanntere und beginnt am Aschermittwoch, genau 46 Tage vor Ostern. Nach den üppigen Karnevalstagen mit viel Süßem und Alkohol läutet der Aschermittwoch die Zeit des Verzichts ein. Gläubige Christen besuchen an diesem Tag die Kirche. Im Rahmen des Gottesdienstes wird ihnen dann ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. Für Christen ist diese erste Fastenzeit vor Ostern auch die Passionszeit, in der sie Buße tun und sich auf Gott besinnen sollen. Sie dauert bis einschließlich Karsamstag an und umfasst damit einen Zeitraum von 46 Tagen, von denen an 40 Tagen gefastet wird.

Warum dauert die Fastenzeit aber genau 40 Tage? Das ist kein Zufall: Schließlich war Jesus einmal genau 40 Tage lang in der Wüste unterwegs und das ohne Essen und Trinken. Zudem ist das Volk Israel sogar 40 Jahre lang durch die Wüste gewandert, bis es im Gelobten Land eingetroffen ist. Die Fastenzeit vor Ostern erinnert mit ihrer Dauer von 40 Tagen an beide Begebenheiten.

Die zweite, weitaus weniger bekannte Fastenzeit des Christentums dauert vom 11. November, also dem Sankt Martinstag, bis Weihnachten. Diese Fastenzeit wird mit dem Verspeisen der Martingans am 11. November eingeleitet, ein Brauch, den es im Christentum schon sehr lange gibt, der heute aber kaum noch praktiziert wird. Diese Fastenzeit endet mit dem Weihnachtsfest, bei dem bei vielen Familien dann wieder eine Gans auf den Tisch kommt. Die Gans ist also praktische eine Art Rahmen, der Beginn und Ende dieser zweiten Fastenzeit markiert. In der Realität wird die erste Fastenzeit weitaus häufiger praktiziert als die zweite, die fast in Vergessenheit geraten ist.

In der Art unterscheiden sich die christlichen Fastenzeiten stark vom Ramadan. Es gab früher zwar viele Regeln für sehr striktes Fasten, heute sind diese aber nicht mehr so streng. Während man im Islam auf jegliche Nahrung verzichtet, entsagen Christen häufig nur Genüssen wie Alkohol oder Süßigkeiten.

Früher sollten Christen während der Fastenzeit vor Ostern mittwochs und freitags komplett fasten. Am Mittwoch wurde gefastet, weil Judas Jesus an diesem Tag verraten hat, und das Freitagsfasten erinnerte an die Kreuzigung. Diese Tradition ging aber weitgehend verloren. Noch weit verbreitet ist aber das Gebot, freitags kein Fleisch zu sich zu nehmen. Die meisten gläubigen Christen beschränken sich heute auf eine volle Mahlzeit pro Tag und zwei kleine Stärkungen.

 Die meisten gläubigen Christen beschränken sich heute auf eine volle Mahlzeit pro Tag und zwei kleine Stärkungen. (#03)

Die meisten gläubigen Christen beschränken sich heute auf eine volle Mahlzeit pro Tag und zwei kleine Stärkungen. (#03)

Fastenzeit: Die wichtigsten Fragen im Überblick

  • Wer hat die Fastenzeit erfunden?
    Einen eigentlichen Erfinder der Fastenzeit gibt es nicht. Die religiösen Fastenzeiten gehen auf die einzelnen Religionsbegründer oder Schlüsselfiguren und sind deshalb sehr alt. Aber auch das nicht-religiöse Fasten hat eine lange Tradition, die auf die Zeit bis vor Christus zurückgeht.
  • Wer bestimmt die Fastenzeit und wie lange dauert sie?
    Oft sind die Fastenzeiten in den religiösen Schriften festgelegt oder sie beruhen auf Jahrhunderte alten Traditionen. Die Dauer einer Fastenzeit variiert je nach Religion. Der Ramadan zum Beispiel dauert einen Monat, die christliche Fastenzeit vor Ostern 40 Tage. Aber warum beträgt diese Fastenzeit genau 40 Tage? Der Grund für genau diese Dauer liegt in der Erinnerung an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste verbrachte, ohne zu essen oder zu trinken.
  • Wie hält man die Fastenzeit durch und fastet dazu richtig?Die die zum ersten Mal fasten wollen. Es gibt die unterschiedlichsten Taktiken, wie man die Tiefpunkte der Fastenzeit übersteht. Egal, wie oder wie lange man fastet, es kann helfen, sich mit anderen über das Fasten auszutauschen. Auch kleinere Belohnungen sind hilfreich, wenn es darum geht, die Fastenzeit erfolgreich zu durchzustehen.

Es gibt zudem verschiedenste Wege, zu fasten. Wer das erste Mal eine Fastenzeit einplant, sollte sich vorher mit seinem Arzt kurzschließen.

  • Wie wird gefastet?
    Wie fastet man am besten? Natürlich ist es zunächst einmal jedem selbst überlassen, was man in der Fastenzeit zu sich nimmt. Vor Beginn der Fastenzeit sollte man sich die folgenden Fragen stellen:
  1. Weshalb will ich fasten?
  2. Auf was kann ich während der Fastenzeit verzichten?

Die meisten Leute, die aus nicht-religiösen Gründen fasten, verzichten in der Zeit vor Ostern zum Beispiel gerne auf Alkohol oder auch Zucker. Gläubige Christen nehmen in während der Fastenzeit in der Regel gar keine Genussmittel zu sich.

  • Was darf man während der Fastenzeit essen und was ist verboten?
    Egal, aus welchen Gründen man fastet, in der Fastenzeit wird die Nahrungsmenge in insgesamt etwas eingeschränkt. Im Islam verzichtet man während des Tages komplett auf Nahrung, Christen nehmen normalerweise eine große Hauptmahlzeit und zusätzlich noch zwei kleine Zwischenmahlzeiten am Tag zu sich.
  • Warum gibt es die Fastenzeit im Christentum und im Islam?
    Warum wird eigentlich gefastet? Die Fastenzeit soll Gläubigen helfen, sich in der hektischen Zeit wieder auf Gott zu besinnen. Im Christentum ist die Fastenzeit zudem eine Zeit der Buße, Muslime sehen die Fastenzeit außerdem als Mittel, die Seele zu reinigen
  • Wie lange geht die Fastenzeit im Jahr 2016, 2017 und 2018?
    Die wichtigste Fastenzeit für Christen beginnt jedes Jahr am Aschermittwoch. Insgesamt sind das bis Ostern 46 Tage, von denen an 40 Tagen gefastet wird. An den Sonntagen wird das Fasten traditionell gebrochen.

In den Jahren 2016, 2017 und 2018 beginnt die Fastenzeit wie folgt:

  • Beginn Fastenzeit 2016: Mittwoch, 10. Februar 2016
  • Beginn Fastenzeit 2017: Mittwoch, 1. März 2017
  • Beginn Fastenzeit 2018: Mittwoch, 14. Februar 2018

Die christliche Fastenzeit endet nach 40 Fastentagen mit dem Karsamstag. In den Jahren 2016, 2017 und 2018 sind das die folgenden Termine:

  • Ende Fastenzeit 2016: Samstag, 26. März 2016
  • Ende Fastenzeit 2017: Samstag, 15. April 2017
  • Ende Fastenzeit 2018: Samstag, 1. April 2018

Bildnachweis:©Fotolia-Titelbild:laurha-#01: ferbarcala -#02: Jasmin Merdan-#03:sonne_fleckl

Share.

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

Leave A Reply