Baufritz testet Pauschalmiete und Mobilitätsangebote in experimenteller Microsiedlung

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Zum 130. Geburtstag des Unternehmens eröffnet Baufritz THE LAB als Erprobungsort für Wohnlösungen mit geringerem Ressourcenbedarf. Die Microsiedlung vereint vier Gebäude, nämlich drei Neubauten und ein Wohnhaus aus dem Jahr 1927. Dort werden Bauweisen, Materialkreisläufe und Kostenmodelle unter realistischen Bedingungen verglichen. Das Quartier ergänzt die Häuser durch gemeinsame Energieangebote, Mobilitätsmöglichkeiten und eine Pauschalmiete. Fortlaufende Messungen dokumentieren Verbrauch, Komfort und Nutzung. Die Erkenntnisse sollen Architekten, Bauherren und Sanierer bei künftigen Entscheidungen unterstützen.

Vier Gebäude dienen als Testumgebung für ressourcenschonendes Wohnen praktisch

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Baufritz entwickelt THE LAB als bewohnte Umgebung für innovative Baukonzepte. Die Microsiedlung soll Erkenntnisse aus dem praktischen Betrieb liefern. Dazu werden technische Daten und Erfahrungen der Bewohner zusammengeführt. Im Fokus stehen Ressourcenverbrauch, Energiebedarf und die Dauer der Bauausführung. Darüber hinaus misst Baufritz die Klimawirkung der einzelnen Gebäudelösungen. Komfort und Nutzerverhalten werden als wichtige Bewertungsgrößen ebenfalls berücksichtigt. Drei Holzhäuser und ein Altbau bilden das gesamte Untersuchungsquartier.

SRSH testet Komfortgewinn durch Materialeinsparung und Wasserwiederverwendung systematisch

Als Super-Ressourcenschonendes Haus ist das SRSH auf einen möglichst geringen Verbrauch von Baustoffen und Energie ausgerichtet. Die rund 100 Quadratmeter große Einheit wird mit hohem Vorfertigungsanteil hergestellt und nutzt Rohstoffe aus der Umgebung. Birke und Pappel bilden die Basis der Holzelemente. Bei den Türen kommen Kerne aus Moorpflanzen der Paludi-Kulturen zum Einsatz. Wasser wird über geeignete Systeme wiederverwendet. Für die Raumwärme genügt eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Diese Lösung reduziert den technischen Aufwand.

SUPERFRITZ entstand aus Baufritz Transformathon-Wettbewerb zum Klimagipfel 2024

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

SUPERFRITZ ist als Demonstrationsgebäude für die Wiederverwendung im Fertighausbau vorgesehen. Baufritz realisiert das Projekt gemeinsam mit supertecture, dessen Konzept beim Transformathon 2024 überzeugte. Der Wettbewerb wurde von Baufritz im Zuge des Klimagipfels angestoßen. Der Einzug in THE LAB soll im Herbst 2026 erfolgen. Anstelle Fassadenplatten werden aufbereitete Bierzeltbänke verwendet. Der Fußboden erhält Mahagoni aus einer Kirche in Füssen. Blaue Restfliesen des Schwimmbads Kaufbeuren und Möbel mit Gebrauchsgeschichte ergänzen die Ausstattung.

Individueller Innenausbau macht das Ausbauhaus flexibel und wirtschaftlich attraktiv

Das Hausmodell ist auf Bauherren zugeschnitten, die Gestaltung und Ausbau ihres Wohnraums eigenständig beeinflussen möchten. Baufritz liefert einen etwa 65 Quadratmeter großen Baukörper, dessen äußere Hülle bereits montiert und gegen Wetter geschützt ist. Für den Innenausbau bestehen verschiedene Optionen, von eigener handwerklicher Arbeit bis zur Vergabe einzelner Leistungen. So kann der Bauherr den Aufwand steuern. Gleichzeitig dokumentiert das Reallabor den Einsatz von Eschenholz, standardisierten Bauteilen und schnellen Montageabläufen systematisch laufend.

EnergieWerk bündelt Fachwissen für nachhaltige Sanierungen im Gebäudebestand künftig

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Am Bestandsobjekt erprobt Baufritz eine Sanierungsstrategie mit Blick auf Wirkung und Aufwand. Das Unternehmen untersucht, wie sich der Energiebedarf reduzieren lässt, ohne unnötige Kosten auszulösen. Zugleich wird erfasst, wie sich die Modernisierung im späteren Wohnalltag bewährt. Diese doppelte Betrachtung verbessert die Aussagekraft der Untersuchung. Das Baufritz EnergieWerk übernimmt die fachliche Bearbeitung nachhaltiger Sanierungsthemen. Es macht Erfahrungen aus Planung und Umsetzung für Gebäude verfügbar. Bestehende Bausubstanz wird als zukunftsfähiger Wert behandelt.

Gemeinschaftsflächen unterstützen die koordinierte Nutzung von Energie und Mobilität

Der frühere Garagenbereich wurde zu einem funktionalen Baustein für die gesamte Siedlung ausgebaut. Er enthält einen zentralen Raum für technische Anlagen, einen Abstellraum und einen Carport für die drei Neubauten. Darüber hinaus ermöglicht die Fläche gemeinschaftliche Mobilitätsangebote mit Carsharing und Ladepunkten für Elektrofahrzeuge. Die Bestandssauna wurde erhalten und technisch überarbeitet. Das Projekt untersucht mit Solarstrom und Mieterstrom, ob vernetzte Infrastrukturen im Quartier Kosten, Flächenverbrauch und Emissionen reduzieren können.

Alle wesentlichen Wohnnebenkosten werden in einem Festbetrag gebündelt abgerechnet

Bei diesem Mietansatz zahlt der Bewohner nicht mehrere gesonderte Beträge für Energie, Wasser und Betrieb, sondern eine vereinbarte Monatspauschale. Enthalten sind die Wärmeversorgung, die Warmwasserbereitung, der Strombedarf des Haushalts, Wasser sowie Betriebskosten. Das kann den Überblick über die Ausgaben verbessern und spätere Nachberechnungen vermeiden helfen. Im Reallabor wird untersucht, ob die Pauschale den Aufwand sachgerecht verteilt und ob sie für Bewohner und Betreiber kalkulierbar bleibt. Daten und Rückmeldungen werden ausgewertet.

THE LAB vereint mehrere Bau- und Betriebsmodelle, um ihre Praxistauglichkeit im bewohnten Umfeld zu ermitteln. Baufritz setzt auf Holzbau mit geringerem Ressourceneinsatz, wiederverwendete Komponenten, selbstbestimmte Ausbauoptionen und die Aufwertung eines Bestandsgebäudes. Quartiersbezogene Angebote für Energie, Mobilität und gemeinsame Nutzung verbinden die einzelnen Häuser. Der Ansatz ist für Bauherren relevant, weil er Bau- und Betriebskosten transparenter machen, Materialverbrauch verringern und Anlagen vereinfachen kann. Messungen liefern Grundlagen für Aussagen zu Wirtschaftlichkeit und langfristiger Skalierbarkeit.

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