Tomaten einkochen: So kochen Sie Tomaten ein!

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Die Tomatenernte war dieses Jahr wieder üppig und Sie wissen nicht, was Sie neben Tomatensalat, Bruschetta, Tomate Mozzarella und Tomatensuppe noch kochen sollen, um die Tomaten zu verarbeiten? Wie wäre es damit, das leckere rote Gemüse (wobei es sich bei Tomaten eigentlich um Früchte handelt) einfach einzukochen und somit haltbar zu machen? Zum Einkochen von Tomaten braucht es nichts weiter als einige Tipps und Kniffe, genügend Tomaten sowie die passenden Gläser.

Die Tomaten für das Einkochen parat machen

Um die Tomaten für das Einkochen vorzubereiten, müssen die roten Früchte zunächst einmal gewaschen werden. Nur wenn die Tomaten wirklich frei von Schmutz und Rückständen aus dem Garten sind, werden die eingekochten Früchte richtig gut. Danach gilt es, die Schalen der Tomaten zu entfernen.

Dafür empfiehlt es sich, die Früchte von außen einzuritzen und etwa für eine Minute in kochendes Wasser zu legen. Mit einem Schaumlöffel können die Tomaten bequem aus dem heißen Wasser geholt werden – sind die roten Früchte abgekühlt, kann die Schale ganz einfach mit einem spitzen Messer entfernt bzw. abgezogen werden. Je länger die Tomaten im heißen Wasser waren, desto besser löst sich in der Regel die Schale.

Wer die Früchte vor dem Einkochen ebenfalls von den gelben Kernen befreien möchte, der übt ganz einfach leichten Druck auf das geschälte Fruchtfleisch aus. Im Handumdrehen entweichen die Kerne aus dem Fruchtfleisch. Doch Achtung, die Kerne können zu Geschossen werden, die schnell Küche und Kleidung dreckig macht. Geschmacklich tut es den Tomaten jedoch keinen Abbruch, wenn die Kerne einfach im Fruchtfleisch gelassen werden. Fürs Erste sind die Tomaten nun vorbereitet – jetzt geht es an die Vorbereitung der Gläser.

Vor dem Einkochen der Tomaten, unbedingt die Gläser gründlich reinigen

Vor dem Einkochen der Tomaten, unbedingt die Gläser gründlich reinigen (#01)

Die Gläser zum Einkochen vorbereiten

Prinzipiell gibt es zwei Arten von Gläsern, die für das Einkochen von Gemüse und Obst genutzt werden können. Die bekannten Einkochgläser bzw. Einweckgläser haben ihren Namen von dem berühmten Erfinder Johann Carl Weck, der im Jahr 1892 die Konservierung von Lebensmitteln mit dem Einmachglas revolutionierte. Diese Einmachgläser bestehen aus einem Glaskorpus und einem Glasdeckel. Der Glasdeckel kann auf dem Einweckglas nicht verschraubt werden, sondern wird durch einen eingesetzten Gummiring und den Unterdruck, der beim Einkochen entsteht, auf den Korpus gepresst.

In jedem Fall müssen sowohl Glas und Deckel als auch der Gummiring frei von Partikeln und Schmutz bzw. Staub aller Art sein. Ein Vakuum kann nur entstehen, wenn wirklich die gesamte Fläche des Gummirings aufliegt und keine Staubteilchen oder Ähnliches dies verhindern. Einmachgläser, die mit einem Gummiring verschlossen werden, benötigen in der Regel auch Klammern, die während des Einkochens angelegt werden. Diese Klammern pressen den Deckel auf den Rand des Einkochglases. Nach dem Einkochvorgang, wenn dann das Vakuum entstanden ist, werden die Klammern wieder abgenommen und der Deckel hält ohne Weiteres auf dem Glas.

Video: Tomaten im Weck Glas

Die zweite Variante der Einkochgläser ist etwas moderner: Sie besteht aus einem Glas mit Gewinde, auf das der Deckel bequem geschraubt werden kann. Ein umfangreiches Anpassen des Gummirings und ein Anbringen der Klammern ist hierbei nicht mehr notwendig. Einmachgläser mit Gewinde können nicht nur zum Einkochen, sondern auch für das Aufbewahren von Marmelade oder Gurken etc. benutz werden – die Schraubgläser zeigen sich somit vielfältig einsetzbar und eigenen sich eben auch, um Tomaten einzukochen.

Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden, es gilt, die Gläser in jedem Fall keimfrei zu machen. Nur wenn wirklich alle Rückstände, Bakterien und Mikroorganismen aus dem Glas entfernt sind, können die eingekochten roten Früchte lange haltbar gemacht werden. Um die Gläser zu ‚sterilisieren‘ empfiehlt es sich, sie mit kochendem Wasser auszuspülen.

Das hat gleich zwei Vorteile: Durch das heiße Wasser werden die Gläser sprichwörtlich ausgebrüht und somit alle Keime entfernt. Zum anderen wird das Glas bereits erwärmt und somit auf die kommende Hitze vorbereitet – somit platzen die Gläser nicht, wenn heiße Flüssigkeit eingefüllt wird.

Tomaten einkochen: So werden die Gläser befüllt

Sind die Gläser und die Tomaten vorbereitet, gilt es, die Gläser zu füllen. Dazu sollten die Tomaten nach dem Schälen bzw. dem Befreien von der Haut, noch einmal für etwa drei bis vier Minuten gekocht werden, bis eine Tomatenmasse entsteht. Die Tomaten und der Sud können dann mithilfe einer Schöpfkelle in die Einkochgläser gegeben werden.

Ihr könnt die Gläser mit dem Löffel befüllen, schneller und sauberer gehts wenn ihr einen Trichter benutzt.

Ihr könnt die Gläser mit dem Löffel befüllen, schneller und sauberer gehts wenn ihr einen Trichter benutzt. (#02)

Bis etwa einen Zentimeter unterhalb des Glasrandes sollte die Tomatenmasse eingefüllt werden. Im Zweifelsfall lieber etwas mehr Platz lassen! Damit die Tomaten entsprechend abgeschmeckt werden können, sollte außerdem noch etwas Zitronensaft und nach Belieben Salz, Pfeffer, Zucker und diverse Kräuter zugegeben werden.

Wer auf dieses Rezept verzichtet und die Tomaten lieber geschmacksneutral einkochen möchte, kann dies auch tun auf diese Weise können die roten Früchte dann flexibel eingesetzt werden, wenn das Glas zum Einsatz kommt.

Damit keine Luftbläschen im Glas entstehen bzw. diese beim Einkochen platzen können und somit negative Auswirkungen auf das Vakuum des Glases und die damit verbundene Haltbarkeit haben, empfiehlt sich folgender Trick: Mithilfe eines Löffels kann die Tomatenmasse nach unten gedrückt werden. Somit bleiben keine Luftblasen mehr im Glas zurück.

Je nachdem, ob Sie sich für Schraubgläser oder für die traditionellen Einmachgläser entschlossen haben, müssen diese dann entsprechend geschlossen werden. Ist dies geschehen, kann es mit dem eigentlichen Einkochvorgang so richtig losgehen.

 

Das Einkochen an sich

Wenn man sich nicht extra einen Einkochtopf anschaffen möchte, kann man auch super in der Backröhre einkochen

Wenn man sich nicht extra einen Einkochtopf anschaffen möchte, kann man auch super in der Backröhre einkochen (#03)

Das Einkochen kann entweder im Backofen oder im Einkochtopf vorgenommen werden. Für die Variante mit dem Einkochtopf sollten die Einkochgläser auf dem Gitter im Einkochtopf positioniert werden.

Danach kann Wasser in den Topf gefüllt werden: Das eingefüllte Wasser sollte die Gläser etwa zu dreiviertel bedecken. Danach wird der Einkochtopf auf 90 Grad gestellt und die Gläser etwa 45 Minuten eingekocht. Zwischendurch empfiehlt es sich, den Wasserstand im Topf im Auge zu behalten und gegebenenfalls etwas Wasser nachzugießen.

Nach den 45 Minuten Kochzeit kann der Topf abgeschaltet werden und die Gläser können noch für etwa 20 Minuten zusammen mit dem Wasser abkühlen.

 

Die Methode mit dem Backofen funktioniert ähnlich: Um ein Wasserbad zu erzeugen, müssen die Gläser in einen Bräter gestellt werden, in dem sich Wasser befindet. Bei rund 175 Grad werden die Gläser ebenfalls für 45 Minuten in dem Wasserbad gekocht. Das hat den gleichen Effekt wie das Einkochen, kann aber in jedem Haushalt auch ohne Einkochtopf ganz einfach selbst gemacht werden. Nach dem Einkochen empfiehlt es sich zu prüfen, ob die Gläser mit der Tomatenmasse auch wirklich verschlossen sind.


Bildnachweis:© Heike Rau-#01:wsf-f-#02: Edler von Rabenstein-#03:tournee

Über den Autor

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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