Bonsai Pflege: Gießen, Schneiden, Standort, ect.

Die Bonsai Pflege ist ein bisschen wie ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht umsonst ist es eine Kunst und nicht nur bloße Gärtnerei. Tipps wie es dennoch funktionieren kann.

Übersicht

  1. Bonsai Pflege: Auf den richtigen Boden kommt es an
  2. Bonsai Gießen: Wie viel Wasser braucht der Miniaturbaum?
  3. Grundlagen Bonsai Pflege: Die Pflanze beschneiden ist notwendig?
  4. Standort: Wie viel Licht muss sein und was mag der Bonsai gar nicht?
  5. Bonsai Pflege: Wie häufig sollte man düngen?
  6. Bonsai umtopfen – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bonsai Pflege: Auf den richtigen Boden kommt es an

Der Boden ist essenziell wichtig für den Bonsai. Denn normale Blumenerde ist für den Bonsai nicht geeignet. Da die Wurzel durch die flachen Schalen wenig Platz hat, ist es umso wichtiger, dass sie atmen kann. Deshalb muss der Boden grobkörnig sein.

Luft und Wasser durchlassen und gleichzeitig auch noch Wasser speichern. Ebenso muss überschüssiges Wasser aus dem Boden entweichen können, damit sich keine Staunässe bildet. Bei Staunässe können die Wurzeln verfaulen. Deshalb verträgt der Bonsai Staunässe überhaupt nicht.

Ein Bonsai Substrat - gemischt aus Substrat und Humus. Ist der richtige Boden für den Bonsai.

Ein Bonsai Substrat – gemischt aus Substrat und Humus. Ist der richtige Boden für den Bonsai. (#01)

Diese Eigenschaften sind essenziell für ein Bonsai-Substrat:

  • Drainage Funktion:
    Der Boden muss durchlässig sein, damit überschüssiges Wasser entweichen kann
  • Speicherfunktion:
    Das Substrat muss Wasser speichern können, sodass es nach und nach Wasser an die Wurzeln abgibt
  • Trocknungsfunktion:
    Der Boden muss nach dem Hinzufügen von Wasser schnell trocknen, damit keine Staunässe entsteht.
  • Sauerstofffunktion:
    Die Wurzel muss atmen können, deshalb müssen die Granulate so grobkörnig sein, dass kleine Löcher zur Luftspeicherung bleiben.

Ein anorganisches Substrat, das grobkörnig und stabil ist ermöglicht einen zügigen Wasserablauf und Frischluftzufuhr. Organische Erde, wie Blumenerde, ist sehr dicht, trocknet wesentlich langsamer und wird schlecht belüftet. Deshalb ist normale Blumenerde überhaupt nicht für den Bonsai geeignet.

Bonsai gießen: Wie viel Wasser braucht der Miniaturbaum?

Eine pauschale Antwort gibt es auch hier nicht. Es kommt auf die Art der Pflanze an, auf den Standort und auf den Durst der Pflanze. Bei Outdoor-Bonsai kommt noch die Jahreszeit hinzu. Im Sommer braucht der Bonsai natürlich mehr Wasser als in kälteren Monaten. Man sollte deshalb täglich (im Sommer zweimal täglich) einen sogenannten Fingertest durchführen. Hierzu wird mit dem Finger der Boden getestet. Ist er staubtrocken, muss gegossen werden. Ist er leicht feucht, ist es genau richtig. Drückt man den Boden leicht ein und Wasser steht darin, muss das Wasser unbedingt abgegossen werden. Dann hat der Bonsai zu viel Wasser erhalten.

Gießen sollte man immer mit einem Brauseaufsatz, mit feinen, kleinen Löchern, sodass das Wasser vorsichtig ausgegossen wird. Ohne Aufsatz sollte keinesfalls gegossen werden, weil man somit auch Teile des Bodens herausschwemmen könnte. Eine weitere Möglichkeit besteht im Besprühen. Das ist die traditionelle Form der Bewässerung, aber es ist auch die aufwendigste. Denn man muss mehrfach sprühen, damit das Wasser auch im Wurzelbereich ankommt und nicht nur über die Blätter verdunstet.

Es gibt auch spezielle Bonsai Gießkannen.

Es gibt auch spezielle Bonsai Gießkannen. (#02)

Bonsai schneiden: Was ist wichtig und wann wird es zu viel?

Wer sich einen Bonsai zulegt, kommt um das Schneiden nicht herum. Schneidet man nicht, wächst aus dem Bonsai irgendwann wieder ein ganz normaler Baum. Er verliert somit seine ursprünglich geplante Form.

Das wäre äußerst schade, denn ein Bonsai der man bereits fertig gestaltet gekauft wird, ist meist schon mehrere Jahre alt. Und aus dem Zögling eine Bonsaiform zu gestalten war aufwendig. Besser man schneidet die jungen Triebe, die aus der Form ausbrechen, nach und hat damit dann auch selbst länger Freude am Bonsaibäumchen

Es gibt spezielles Werkzeug für die Bonsaipflege und Erhaltung. Will man tiefer in dieses Hobby einsteigen, sollte man sich auch unbedingt das richtige Werkzeug zulegen. Handelsübliche Gartenwerkzeuge sind meist zu groß und würden die Pflanze eher verletzen als das sie ihr nutzen.

Die Werkzeuge werden in der Regel in Japan oder China hergestellt. Die Japanischen sind von weitaus besserer Qualität, haben aber auch einen

Bonsai Werkzeug-Set aus schwarzem Stahl sollte immer gut gereinigt werden.

Bonsai Werkzeug-Set aus schwarzem Stahl sollte immer gut gereinigt werden.(#03)

deutlich höheren Preis. Es gibt die Werkzeuge aus Edelstahl oder aus schwarzem Stahl. Der günstigere schwarze Stahl ist deutlich Pflegeintensiver. Wird dieses Werkzeug nicht gründlich gereinigt, setzt sich sehr schnell Rost an.

Zur kleinen Grundausstattung sollten diese Werkzeuge gehören:

  • kleine Bonsaischere: zum Schneiden von Knospen und Blättern.
  • große Bonsaischere: zum Schneiden von kleinen und großen Ästen
  • Konkavzange: zum Schneiden dickerer Äste, Stämme und Wurzeln
  • Blattpinzette: zum Zupfen einzelner Blätter
  • Drahtschneider: zum Drahten und Spannen
  • Wurzelkralle oder Wurzelhaken: zum Herauskämmen der Erde aus der Wurzel.

Aber welcher Zeitpunkt ist der richtige für den Bonsai Schnitt?

Es gibt zwei Arten von Schnitten, der eine dient der Form und Erhaltung, der andere ist zur Gestaltung eines Bonsai unabdingbar.

Formschnitt:

  • kann während der gesamten Vegetationsperiode durchgeführt werden
  • dient der Erhaltung der gewünschten Form des Baumes, deshalb wird nur der Neuaustrieb geschnitten
  • bei Nadelbäumen sollte man antelle der Schere, die Pinzette nutzen, denn schneiden hinterlässt braune Stellen

Gestaltungsschnitt:

  • hierbei wird dem Bonsai eine grundlegende Form gegeben
  • dazu lässt man den Laubbaum erst einmal richtig austreiben, bis die Äste eine gewisse Dicke erreicht haben.
  • der günstigste Zeitpunkt ist das frühe Frühjahr oder der Spätherbst
  • man schneidet die Äste radikal zurück. Und zwar bis zu der Knospe, die in die gewünschte Wuchsrichtung zeigt. So erhält man das gewünschte Erscheinungsbild des späteren Baumes.
  • Um dicke Äste am Stamm zu entfernen, sollte man die Konkavzange verwenden, da sie nur kleine Narben hinterlässt.
  • bei großflächigen Wunden empfiehlt sich eine Wundpaste zur Versiegelung

Blattschnitt:

  • nur bei einigen Laubbäumen, wie dem Ficus oder dem Ahorn
  • am besten im Sommer durchführen, dabei werden alle Blätter entfernt
  • der Baum treibt nach einigen Wochen neu aus. Das kostet die Pflanze soviel Energie, dass die neuen Blätter automatisch kleiner werden.

Hier gibt es eine Videoanleitung für einen Gestaltungsschnitt beim Bonsai. Das verwendete Gehölz ist ein Kirschlorbeer.

Video: Bonsai gestalten. Die Anleitung zum Erfolg mit einem Kirschlorbeer

Standort: Wie viel Licht muss sein und was mag der Bonsai gar nicht?

Diese Frage lässt sich auch nicht pauschal beantworten. Das kommt auf die jeweilige Pflanze an. Bei Indoor-Bonsai Bäumen sollte ausreichend Licht vorhanden sein. Wobei nicht jede Pflanze direkte Sonneneinstrahlung mag.

Es gibt auch Bonsai, die lieber halbschattig stehen. Indoor wie Outdoor ist es wichtig, dass der Bonsai keiner Zugluft ausgesetzt ist. Das verträgt der Bonsai überhaupt nicht und kann sehr empfindlich regieren. Bei der Pflege von Zimmer-Bonsai ist darauf zu achten, dass die Temperaturen konstant sind. Nicht eine Woche 20 Grad, in der nächsten Woche 25 Grad und zwei Monate später dann nur noch 15 Grad. Die Temperaturen sollten nicht so stark schwanken.

Bei den Freiland- oder auch Outdoor-Bonsai sollte der Standort ebenfalls hell sein und windgeschützt. Sie müssen nicht den ganzen Tag in der Sonne stehen. In der Regel reicht es, wenn sie den halben Tag direkte Sonne abbekommen. Im Sommer sollte man vorsichtig sein, besonders wenn der Sommer heiß ist und es kaum Wolken am Himmel gibt. Die Blätter der Pflanzen könnten verbrennen. Dann sollte man den Standort gegebenenfalls wechseln.

 

Die Blätter werden mit einer Bonsaischere geschnitten.

Bonsai Pflege: Die Blätter werden mit einer Bonsaischere oder einem speziellen Blattschneider geschnitten. (#04)

Bonsai düngen: Wie häufig ist sinnvoll?

Man sollte den Bonsai einmal wöchentlich düngen, damit er gut gedeihen kann. Auch dies ist beim Bonsai wichtiger, als bei anderen Pflanzen, da der Baum in der kleinen Schale relativ wenig Substrat zur Nährstoffversorgung zu Verfügung hat.

Wichtig ist, dass man nicht zu viel düngt und natürlich auch nicht zu wenig. Eine Unterversorgung als auch eine Überversorgung sollte vermieden werden.

Bonsai-Dünger:

  • Mineralischer Dünger:
    in flüssiger Form sorgt dieser für eine schnelle Nährstoffversorgung. Nachteil bei zu intensiver Nutzung ist eine Versalzung des Substrates
  • Oganischer Dünger:
    Der Vorteil ist ein lang anhaltender Effekt und das man nicht überdosieren kann. Aber es gibt auch Nachteile, dieser Dünger muss erst durch Bakterien zersetzt werden. Und der Geruch ist meist übel. In Japan wurde BIO-Gold entwickelt. Die braunen Kügelchen sind ebenfalls organisch und haben keinen Geruch. Sie werden einfach auf die Bodenüberfläche gestreut. Die Menge der notwendigen Kügelchen ist genau auf der Verpackung beschrieben.
 BIO-Gold Bonsaidünger aus Japan ist einer der meist verwendeten Düngemittel.

BIO-Gold Bonsaidünger aus Japan ist einer der meist verwendeten Düngemittel.(#05)

Bonsai umtopfen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Ein Umtopfen sollte zwingend ausschließlich im frühen Frühjahr stattfinden. Der Bonsai befindet sich dann noch nicht im Austrieb und der Stoffwechsel der Pflanze ist noch gedämpft. Ausnahme hierfür ist eine mögliche Erkrankung und Verletzung der Pflanze, die sich beispielsweise durch starken Blattverlust zeigt. Dann muss auch innerhalb des Jahres umgetopft werden, um den Bonsai zu retten.

Ältere Bonsai Bäumchen werden nur alle drei bis fünf Jahre umgetopft, bei jungen Pflanzen muss jährlich oder zweijährlich erfolgen. Auch Bäume, die schnell

Der Bonsai wird in eine größere Schale mit frischem Substrat umgetopft

Der Bonsai wird in eine größere Schale mit frischem Substrat umgetopft.(#06)

wachsen, müssen häufiger umgetopft werden, da ihnen sonst die Schale zu klein wird. Ein weiterer Grund ist das Bodensubstrat. Die Haltbarkeit ist endlich und es muss deshalb in gewissen Abständen erneuert werden.

So erkennt man, ob ein Bonsai umgetopft werden muss:

  • man hebt den Bonsai nachdem man ihn vorsichtig am Rand gelöst hat aus der Schale
  • ist die Wurzel noch innerhalb des Erdreiches, besteht kein Handlungsbedarf
  • in diesem Fall die Pflanze einfach wieder in die Schale einsetzen und im Folgejahr kontrollieren
  • ist die Wurzel aus dem Erdreich heraus gewachsen, ist die Schale zu klein. Meist lässt sich das daran erkennen, dass die Wurzel unterhalb des Ballens in Kreisform wächst
  • sollte das der Fall sein, wird die Wurzel vorsichtig zurecht gestutzt auf die Hälfte ihrer Länge und der Bonsai wird in ein neues Gefäß mit neuem Substrat gesetzt.

 


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Thanun Patiparnthada -#01: Thanun Patiparnthada -#02: Karin Lirapirom -#03:  TONG2519-#04: Foto by M _-#05: Daniel Bloom -#06:  zhukovvvlad _

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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