Einkochen im Backofen: Einfach & sicher!

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Nicht jeder hat einen Einkochtopf im Haus – das macht aber gar nichts! Wer sich trotzdem einmal im Einkochen ausprobieren will, der kann auch ganz einfach im Backofen einkochen und somit austesten, ob diese Möglichkeit der Konservierung sich überhaupt lohnt bzw. ob diese Haushaltskunst Spaß macht. Auch alle diejenigen, die nur wenig zum Einkochen haben, können dies ganz einfach im Backofen vornehmen. Einkochen im Backofen ist einfach, sicher und bereitet jede Menge Freude.

Was passiert beim Einkochen überhaupt?

Eingewecktes: Ist nichts anders asl Nahrungsmittel haltbar gemacht, konserviert:

Eingewecktes: Ist nichts anders asl Nahrungsmittel haltbar gemacht, konserviert: (#01)

Das Einkochen ist eine Methode der Konservierung – doch wie funktioniert es überhaupt genau? Beim Einkochen werden Früchte, Obst oder fertig zubereitete Soßen in ein Glas gegeben, das unter dem Ausschluss von Luft in einem Topf oder im Backofen erhitzt wird. Die Hitze eliminiert dabei einerseits die Keime und Bakterien, gleichzeitig sorgt die Hitze aber auch dafür, dass im Glas etwas passiert: Durch das Einkochen dehnen sich die Luft und der Wasserdampf im Inneren des Glases aus, wodurch zunächst ein Überdruck entsteht.

Kühlt das Glas dann schließlich ab, nimmt das Volumen der Luft wieder ab. Luft und Wasserdampf ziehen sich zusammen und im Glas entsteht ein Unterdruck. Dieses Vakuum hat die Folge, dass der Deckel des Glases auf das Glas gedrückt wird. Bei einem traditionellen Einmachglas wird der Glasdeckel auf den Gummiring gepresst, bei einem sogenannten Twist-Glas, also einem Glas mit Schraubverschluss, entsteht ebenfalls ein Vakuum.

Durch den Unterdruck im Glas können Bakterien und Mikroorganismen nicht ins Glas gelangen, was das Einkochgut dann länger haltbar macht. Mittels des Einkochens kann der Inhalt verhältnismäßig lange aufbewahrt werden – Konservierungszeiten von sechs Monaten bis zu mehr als einem Jahr sind keine Seltenheit.

Die Gläser und das Einkochgut richtig vorbereiten

Es gibt viele verschiedene Sorten Gläser: Das Ergebniss ist das Gleiche. Nahrungsmittel werden haltbar gemacht.

Es gibt viele verschiedene Sorten Gläser: Das Ergebniss ist das Gleiche. Nahrungsmittel werden haltbar gemacht. (#02)

Wer sich dazu entschließt, im Backofen einzukochen, der sollte in jedem Fall auf die richtige Vorbereitung achten. Generell ist es sinnvoller beim Einkochen im Backofen auf Gläser mit Schraubverschluss zu setzen: Gläser, die mit einem Gummiring verschlossen werden, halten beim Einkochen im Backofen nicht immer dicht. Durch die Hitze, die im Backofen herrscht, wird das Gummi spröde, was dafür sorgt, dass der Einmachgummi nicht mehr richtig schließt und somit eventuell Luft ins Glas gelangen könnte.

Aus diesem Grund ist es vorteilhaft, auf Gläser mit Schraubverschluss zurückzugreifen. Doch auch diese müssen richtig vorbereitet werden. Dazu sollten die Gläser in jedem Fall gut gereinigt werden und die richtigen Deckel für die Gläser gesucht werden – nur mit dem passenden Deckel kann gewährleistet werden, dass die Gläser später luftdicht schließen.

In einem zweiten Schritt werden die Gläser mit heißem Wasser gefüllt. Auf diese Weise werden auch die letzten Keime und Bakterien aus dem Glas entfernt – das Glas wird also nahezu ‚sterilisiert‘. Das heiße Wasser hat aber noch einen Vorteil: Es bereitet die Gläser bereits auf die kommende Hitze vor, sodass die Gläser später im Backofen nicht platzen.

Es gilt übrigens stets die Faustregel: Kalte Gläser sollten in kaltes Wasser gestellt werden und warme Gläser in warmes Wasser – durch starke Temperaturunterschiede ist stets die Gefahr hoch, dass die Gläser platzen. Wird die Wassertemperatur an die der Gläser angepasst, ist die Gefahr wesentlich geringer.

Auch das Einmachgut muss gut vorbereitet werden: Dafür sollten die Früchte oder das Gemüse in jedem Fall gewaschen und geputzt werden. Generell ist es ratsam, Blätter, Kerne und alles, was nicht gegessen werden kann, zu entfernen. Insbesondere faulige Stellen oder Stellen, an denen die Lebensmittel bereits beschädigt sind, sollten großzügig entfernt werden.

Zu groß ist die Gefahr, dass Keime mit ins Glas gelangen und dann der gesamte Inhalt des Glases ungenießbar wird. Anschließend wird Obst mit Zuckerwasser aufgegossen und Gemüse mit abgekochtem Wasser ohne Zusatz. Sind diese Vorbereitungen getroffen, kann es so richtig mit dem Einkochen im Backofen losgehen.

Das Einkochen im Backofen

Gemüse einkochen: Geht wunderbar auch im Backofen.

Gemüse einkochen: Geht wunderbar auch im Backofen. (#03)

Wie beim Einkochen im Topf auch braucht es beim Einkochen im Backofen ein Wasserbad. Dieses kann am besten in einen Bräter oder eine Fettpfanne gefüllt werden. Dann können die sorgfältig verschlossenen Gläser in den Bräter gestellt werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass sich die Gläser nicht berühren. Anschließend wird das Wasser im Bräter aufgegossen – das Wasser sollte nicht mehr als ein Drittel der Gläser bedecken. Es ist sogar ratsam, den Wasserstand lediglich so hoch zu halten, dass nur etwa 3 cm der Glashöhe bedeckt sind. Dann kann der Ofen eingeschaltet werden. Die Temperatur sollte nicht mehr als 175 Grad betragen.

Anders als beim Einkochtopf gilt es, beim Einkochen mit dem Ofen Präsenz zu zeigen: Sie sollten genau beobachten, was im Ofen und insbesondere in den Gläsern vor sich geht. Sobald die Flüssigkeit in den Gläsern Bläschen wirft und an der Wand der Gläser abperlt, kann der Ofen abgeschaltet werden bzw. die Temperatur zurückgeregelt werden. Erst wenn das Wasser kocht, beginnt nämlich die Einkochzeit. Die Gläser sollten nach dem Einkochen zusammen mit dem Wasserbad schonend abkühlen und frühestens nach 30 Minuten aus dem Backofen genommen werden. Achtung: Die Gläser sind immer noch sehr warm!

Das Einkochen im Backofen geht sowohl im Elektroherd als auch im Umluftherd. Generell wärmt sich ein Umluftherd etwas schneller auf als ein Elektroherd, deswegen ist es ratsam, hier noch stärker auf die Bläschenbildung im Glas zu achten.

Einkochen lieber im Backofen oder im Einkochtopf?

Elektrischer Einkochtopf, einkochen im Backofen: Beides hat Vor und Nachteile.

Elektrischer Einkochtopf, einkochen im Backofen: Beides hat Vor und Nachteile.(#04)

Wie bereits anfangs erwähnt, ist das Einkochen im Backofen eine gute Option, um sich überhaupt einmal an das Einkochen heranzutasten. Auch wer nur wenig einkochen möchte, muss nicht gleich eine riesige Investition tätigen und einen Einkochtopf anschaffen. Dennoch ist dies aus mehreren Gründen sinnvoll: Zunächst ist es schwierig, Einweckgläser im Backofen einzukochen, weil dann eben das Gummi spröde werden könnte. Ferner ist es wichtig, beim Einkochen im Backofen stets die Gläser im Blick zu haben. Das ist mit einem Einkochtopf in der Regel etwas einfacher.

Der wichtigste Punkt ist jedoch, dass beim Einkochen in einem speziellen Topf die Zeit und die Temperatur sehr präzise eingestellt werden können, was im Backofen nicht immer so funktioniert. Dennoch ist das Einkochen im Backofen eine günstige, sichere und vor allem bewährte Methode, um Obst und Gemüse lange haltbar zu machen.


Bildnachweis:©Fotolia-Titelbild: tournee-#01:ojl-#02:PhotoSG-#03: Printemps-#04: Blickfang _

Über den Autor

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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