Obstfliegen: So vertreibt man Fruchtfliegen!

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Besonders im Sommer fühlen sich Obstfliegen im Haus richtig wohl. Die zwei bis vier Millimeter großen Insekten vermehren sich intensiv bei Temperaturen über zehn und unter 31 Grad und sorgen mit ihrer verhältnismäßig hohen Lebensdauer von rund 45 Tagen für mancherlei Ärger im Haus. Die Fruchtfliegen werden in der Regel von vergärenden Früchten angelockt und tragen außerdem dazu bei, dass Obst schneller verdirbt. Fruchtfliegen übertragen nämlich Bakterien und Hefen von einem Lebensmittel auf andere, was diese ungenießbar werden lässt. Sind Fruchtfliegen einmal in der Küche oder in der Speisekammer, gilt es, die Insekten schnellstmöglich loszuwerden. Mit einfachen Hausmitteln können Fruchtfliegen schnell und umkompliziert vertrieben werden.

Obstfliegen loswerden: Auf die richtige Vorsorge kommt es an

Um die kleinen Tierchen daran zu hindern, sich im heimischen Obstkorb niederzulassen, sollten einige präventive Aspekte beachtet werden. Diese sind relativ einfach zu verwirklichen, haben jedoch eine große Wirkung.
Speziell in der warmen Jahreszeit sollten Lebensmittel, in denen sich die Fruchtfliegen wohlfühlen, nicht offen aufbewahrt werden.

Ein offener Obstkorb ist zwar ein schönes Dekoobjekt, jedoch zeigt er sich gerade hinsichtlich der Eliminierung von Obstfliegen weniger praktisch. Besser ist es da, die Lebensmittel in einer abschließbaren Dose oder im Kühlschrank zu verwahren. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass die Früchte im kalten Umfeld nicht so schnell verderben wie in der warmen Wohnung. Achtung jedoch bei Südfrüchten: Bananen und Co. fühlen sich im Kühlschrank nicht wohl – diese sollten lieber in einer fliegendichten Box verstaut werden.
Obstfliegen vermehren sich gleich mehrmals im Jahr. Sie legen bis zu viermal pro Saison Eier, was in einer sprichwörtlichen Fliegenplage enden kann. Aus diesem Grund gilt es, den Insekten die Möglichkeit zum Brüten zu nehmen und potenzielle Brutplätze zu beseitigen. Hierfür sollte insbesondere im Sommer altes Obst oder der Biomüll nicht übermäßig lange in den heimischen vier Wänden gelagert werden. Vergärendes Obst und Gemüse locken Obstfliegen an, die sich darin wunderbar vermehren können. Ist den Fruchtfliegen die Möglichkeit genommen zu brüten, wird zumindest das eigene Haus von einer Obstfliegenplage verschont.

Insektenschutz_Fliegengitter_, Als Schutz vor lästigen Mücken aller Art

Insektenschutz,Fliegengitter: Als Schutz vor lästigen Mücken aller Art   (#01)

Fruchtfliegen vertreiben: Fliegengitter und Nahrungsentzug

Eine weitere Möglichkeit der Vorsorge ist die Anbringung von Fliegengittern an Fenstern und Türen. So werden die Insekten daran gehindert, ins Haus einzudringen und sich an Obst, Alkohol oder Säften niederzulassen. Da sich Fliegenlarven oftmals schon im Obst befinden, bevor es überhaupt ins Haus gekommen ist, bieten Fliegengitter jedoch nur eine begrenzte Möglichkeit, um den kleinen Insekten Einhalt zu gebieten. Dennoch sorgen Fliegengitter dafür, dass Fruchtfliegen von außen nicht noch zusätzlich angelockt werden.
Ein weiterer wichtiger Schritt, um die Obstfliegen loszuwerden, ist regelmäßiges Lüften. Vor allem im Sommer verdirbt Obst schneller aufgrund der warmen Temperaturen, in denen sich Mikroorganismen ganz besonders wohlfühlen. Die Gase, die beim Vergären des Fruchtzuckers entstehen, locken dann die lästigen Insekten an. Regelmäßiges Lüften trägt nachhaltig dazu bei, dass die Gärgase eliminiert oder zumindest verdünnt werden. Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Obstfliegen angelockt werden.
Ebenso wichtig wie das Beseitigen von Brutstätten ist die Entziehung von Nahrung. Deshalb gilt auch hierfür: Offen gelagerte Lebensmittel und insbesondere offen aufbewahrtes Obst sollten vor allem im Sommer vermieden werden. Wenn sich die Insekten nur schwerlich ernähren können, pflanzen sie sich in der Regel auch nicht fort.

Fruchtfliegen vertreiben: Auf die richtige Temperatur kommt es an

Auf die richtige Temperatur kommt es an

Auf die richtige Temperatur kommt es an (#02)

Mittels eines kleinen Tricks können Fruchtfliegen ganz einfach vertrieben werden. Dafür lohnt es sich, noch einmal auf die biologischen Aspekte der Obstfliegen einzugehen. Die lästigen Insekten vermehren bzw. fühlen sich lediglich in einem Temperaturfenster zwischen zehn und 31 Grad wohl. Ein Öffnen der Fenster, welches die Raumtemperatur entweder unter die 10 Grad bringt oder über die 31 Grad ist ein einfacher Trick, um den Fruchtfliegen den Kampf anzusagen.

Diese Variante der Bekämpfung eignet sich jedoch nur, wenn lediglich ein Zimmer von den Obstfliegen befallen ist. Eine ganze Wohnung in diesem Maße abzukühlen oder aufzuheizen ist hingegen nur wenig komfortabel.
Wer die kleinen Insekten nicht töten, sondern lediglich loswerden möchte, hat ebenfalls eine andere Option zur Verfügung:

Alles, was dafür benötigt wird, ist eine Bananenschale oder ein Reststück von einem Apfel, welches in der Nähe des Obstkorbes in einem verschließbaren Plastikbeutel positioniert wird. Die Fruchtfliegen werden vom Fruchtzucker in den Überresten der Lebensmittel angelockt und lassen sich innerhalb nur weniger Stunden darauf nieder. Mit einer fixen Bewegung kann der Beutel genommen und verschlossen werden – die Obstfliegen sind darin eingeschlossen und können somit nach draußen transportiert werden.

Fruchtfliegen loswerden: Mit selbst gebauten Fallen eliminieren

Selbst gebaute Fallen speziell für Obstfliegen sind eine Option, um die Insekten nachhaltig zu eliminieren. Eine Fruchtfliegenfalle kann mit einfachen Mitteln, die üblicherweise in jedem Haushalt vorhanden sind, gebaut werden. Dafür braucht es lediglich Wasser, Essig und Obstsaft sowie einen Schuss Spülmittel. Alle vier Komponenten sollten in ein Gefäß mit einer großen Oberfläche gegeben werden. Zu beachten ist, dass zwei Teile aus der Essig-Fruchtsaft-Mischung bestehen sollten und ein Teil aus Wasser.

Das Spülmittel wird als letzte Zugabe ergänzt. Die Komposition aus Fruchtsaft, Essig und Wasser dient als Mittel, um die Obstfliegen anzulocken. Das Spülmittel hingegen verringert die Oberflächenspannung des Wassers, sodass sich die Fruchtfliegen nicht auf dem Wasser niederlassen können, sondern in die Flüssigkeit fallen und dort ertrinken.

Hättet ihr gedacht, dass man Gebissreiniger nicht nur fürs Gebiss nehmen kann, sondern auch bei Obstfliegen ein natürliches Bekämpfungsmittel ist?

Hättet ihr gedacht, dass man Gebissreiniger nicht nur fürs Gebiss nehmen kann, sondern auch bei Obstfliegen ein natürliches Bekämpfungsmittel ist? (#03)

Gebissreiniger hat die gleiche Wirkung

Eine Lösung von Wasser und Gebissreiniger dient als Lockmittel, welches die kleinen Insekten ködert. Die spezifischen Inhaltsstoffe senken ebenfalls die Oberflächenspannung der Flüssigkeit. Unter der Zugabe von Spülmittel wird die selbst gebaute Fruchtfliegenfalle besonders effektiv. Beide Do-it-yourself Fruchtfliegenfallen sind wirksame Helfer, die sich außerdem sehr kostengünstig sind.

Nach dem gleichen Prinzip wirken ebenfalls handelsübliche Fallen für Obstfliegen, die sich hinsichtlich ihrer Wirkung jedoch nur kaum unterscheiden. Fruchtfliegen können ebenfalls mittels bestimmter ‚biologischer Feinde‘ bekämpft werden. Ein toller Blickfang und eine kleine Attraktion, die vor allem Kindern viel Freude bereitet, ist eine fleischfressende Pflanze. Sobald eine Fruchtfliege in die Fänge einer solchen Pflanze gerät, wird sie am Weiterfliegen gehindert und von der Pflanze ‚verdaut‘. Ob Klebefalle, Klappfalle oder Saugefalle – Gärtner oder der Pflanzenfachhandel sind kompetente Ansprechpartner für die Anschaffung einer fleischfressenden Pflanze.


Bildnachweis: Fotolia- Titelbild: karyakinvitaliy-#01:vector AngelaStolle-#02: bubutu-#03:Alexander Ruiz_

Über den Autor

Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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